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Geschichte, Daten & Fakten

Die Universität Köln wurde im Jahre 1388 gegründet. Während des Mittelalters war die Geschichte der Universität wechselvoll. Napoleon verfügte im Zuge der Eroberung des Rheinlandes im Jahre 1799 die Schließung der Universität, um revolutionären Kreisen die Basis zu entziehen.

In den Stadtchroniken wird im Jahre 1816 erstmalig der Name "Lindenburg" erwähnt. Der Name steht für das von hohen Linden umsäumte burgähnliche Landhaus "Tönneshäusgen", welches von Antonitermönchen betrieben wird. 1855 etabliert ein Herr Lennartz in diesem Gebäude eine private Kranken-, Heil und Irrenpflegeanstalt. Offensichtlich misshandelte aber Herr Lennartz seine Patienten, so dass sich die Stadt gezwungen sah, die Anstalt zu schließen.

Es wurde ein neuer Eigentümer gefunden, der mit der Stadt Köln einen Vertrag zur Übernahme von Kranken aus Köln schloss. Da es aber in der Lindenburg keine ständige ärztliche Versorgung gab, blieben schwere Fälle in den vorhandenen städtischen Anstalten, was dort zu unerträglichen Verhältnissen führte und schließlich die Stadt bewog, 1872 die Lindenburg zu kaufen. Zwischen 1895 und 1905 erfolgten mehrere Renovierungs- und Erweiterungsbauten unter dem Eindruck stark ansteigender Einwohnerzahlen.

Der Rat der Stadt Köln beschloss 1905, einen Neubau für 1200 Kranke auf dem Gelände der Lindenburg und nannte ihn Städtische Krankenanstalten Lindenburg. Der Neubau wurde 1908 vollendet und behielt sein Gesicht bis zur teilweisen Zerstörung am Ende 2. Weltkriegs. 1919 wurde die von Napoleon geschlossene Universität auf Initiative der Stadträte neu gegründet. Die Städtischen Krankenanstalten Lindenburg wurden in das Universitätsklinikum umgewandelt.


Erster Ordinarius für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde wurde Herrmann Preysing (1866 - 1926). Dieser hatte zuvor, von Leipzig kommend, von 1906 bis 1909 zuerst die otologische und ab 1909 die oto-rhino-laryngologische Abteilung der Kölner Akademie im Bürgerspital geleitet (Fleischer und Naumann 1996). In der neu errichteten Lindenburg konnte er eine universitäre HNO-Klinik mit 80 Betten übernehmen. Da er weiterhin die oto-rhino-laryngologische Abteilung im Bürgerspital in seiner Hand behielt, unterstand ihm zu diesem Zeitpunkt die größte HNO Klinik Deutschlands (Fleischer und Naumann 1996).

 

Nach dem plötzlichen Tod Preysings und schwierigen Berufungsverhandlungen besetzte 1928 Alfred Güttich (1883 - 1948) den Kölner Lehrstuhl. Die unter Güttich habilitierten Schüler Hermann Frenzel und Leonhard Seifert (1899 - 1990) wurden ebenfalls Ordinarien, wobei letzterer nach kurzer kommissarischer Leitung die Kölner Klinik 1950 übernahm (Fleischer und Naumann 1996).


Zuvor hatte 1945 nach dem Ende des 2. Weltkrieges das Land Nordrhein-Westfalen die Trägerschaft der Universität und damit auch des Universitätsklinikums übernommen, welches von da an Medizinische Einrichtungen der Universität zu Köln genannt wurde. Neben anderen Neubauvorhaben wurde 1961 die HNO-Klinik fertiggestellt. Die Zusage zu diesem Neubau hatte bereits Güttich vom damaligen Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer 1928 bekommen (Fleischer und Naumann 1996). Die späteren Lehrstuhlinhaber Klaus Jatho, Oskar Kleinsasser und Fritz Wustrow habilitierten sich unter Leonhard Seifert.


Ihm folgte 1968 Fritz Wustrow (1922-1983). Unter ihm habilitierten sich seine Mitarbeiter Klaus Jahnke, Kurt Günther Rose, Tilman Brusis und Klaus Sesterhenn. Nach kurzer kommissarischer Leitung durch Kurt Günther Rose folgte ihm Eberhard Stennert (1985-2004). Unter Stennert habilitierten sich Hans Eckel, Olaf Michel, Peter Volling, Martin Walger, Michael Streppel, Markus Jungehülsing, Orlando Guntinas-Lichius, Michael Damm und Peter Klußmann.

 

Im Jahr 2004 übernahm Karl-Bernd Hüttenbrink den Kölner HNO- Lehrstuhl. Er kam nach 11-jähriger Tätigkeit als Ordinarius der HNO-Universitätsklinik Dresden (1993-2004). Seine HNO-Ausbildung hatte er in Münster unter seinem Lehrer Prof. Harald Feldmann erhalten. Unter ihm habilitierten sich seine Schüler Dirk Beutner und Simon Preuss (Stand 2010).

2007 erhielt sein Mitarbeiter Orlando Guntinas-Lichius den Ruf auf den HNO-Lehrstuhl in Jena. 2009 übernahm sein Leitender Oberarzt Peter Klußmann den HNO-Lehrstuhl in Gießen.

Der 1961 fertiggestellte Neubau besteht mit 4 Bettenstationen (Privat-, Männer-, Frauen und Kinderstation) in fast unveränderter Form bis heute. Es erfolgten lediglich drei Veränderungen:

  • 1986 wurde die Kinderstation vom Erdgeschoss auf die renovierte 4. Etage verlegt. Nach vorübergehender Nutzung des Erdgeschosses als OP-Trakt erfolgte ab 1992 der Einbau eines hochmodernen Laborbereiches aus den Mitteln der Jean-Uhrmacher-Stiftung.
  • 1991 konnte ein vergrößerter und komplett renovierter OP-Trakt mit 5 OP-Sälen eingeweiht werden.
  • 2004 (nachdem Prof. Hüttenbrink die Klinik übernommen hat): Umfangreiche Sanierung der Bettenstationen, Einzug des Cochlea-Implant Zentrums in die 1. Etage. Umwandlung der Station II in die Tagesstation und weiterer Räume für das CI-Zentrum und die Phoniatrie/Pädaudiologie>

 

Liste der Klinikdirektoren:

  • Prof. Dr. Hermann Preysing (1919 - 1926)
  • Prof. Dr. Alfred Güttich (1928 - 1948)
  • Prof. Dr. Leonhard Seiferth (1948 - 1968)
  • Prof. Dr. Dr. Fritz Wustrow (1968 - 1983)
  • Prof. Dr. Eberhard Stennert (1985 - 2004)
  • Prof. Dr. Dr. Karl-Bernd Hüttenbrink (seit 2004)


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