Speicheldrüsentumor

Diagnostik und Therapie von Tumorerkrankungen der Speicheldrüsen

Die Behandlung von Tumoren der Speicheldrüsen stellt einen operativen, klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkt unserer Klinik dar. Durch die klinische Untersuchung und weiterführende Verfahren wie Ultraschall (Sonographie) und ggf. auch endoskopische Verfahren kann der Verdacht auf eine Tumorerkrankung weiter untersucht werden. Je nach Lokalisation Art der Erkrankung kommen unterschiedliche Therapien in Betracht.

Die Tumore in den Speicheldrüsen sind in dreiviertel der Fälle gutartige Tumore und in einem Viertel der Fälle bösartige Tumore. Bezogen auf die Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis) sind etwa 80% der Tumoren gutartig und 20% bösartig. Im Bereich der Unterkieferspeicheldrüse (Glandula submandibularis) kommen gut- und bösartige Tumore fast gleich häufig vor. Im Bereich der kleinen Speicheldrüsen, die überall im Bereich der Mundhöhle und des Rachens verteilt sind, kommen bösartige Tumore sogar häufiger vor als gutartige Tumore.

Gutartige Speicheldrüsen-Tumore

Gutartige Tumore zeichnen sich durch ein langsames Wachstum (Größenzunahme) und eine relativ gute Verschieblichkeit des Knotens aus. Die häufigsten gutartigen Tumoren sind das pleomorphe Adenom und der Warthin-Tumor (Zystadenolymphom). Gutartige Speicheldrüsentumore haben für den Patienten vor allem kosmetische Aspekte, da sie unkontrolliert im Gesichts- bzw. Halsbereich wachsen. Jedoch können einige gutartige Speicheldrüsentumore auch bösartig entarten und sollten deshalb entfernt werden. Zudem kann vor der endgültigen feingeweblichen (histologischen) Untersuchung oft nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob ein Tumor gut- oder bösartig ist. Ein frühzeitiges Entfernen des Tumors ist zu empfehlen, da mit zunehmendem Tumorwachstum auch die Operationsrisiken steigen. Nach Entfernung ist eine regelmäßige Nachsorge wichtig, da einige gutartige Tumore auch wieder auftreten können (Rezidive). Da bei Rezidivoperationen auch die Operationsrisiken zunehmen, ist die sorgfältige Operation bei Erstdiagnose eines gutartigen Tumors (insbesondere beim pleomorphen Adenom) mit vollständiger Entfernung des Tumors umso wichtiger.

Bösartige Speicheldrüsen-Tumore

Bei den bösartigen Tumoren gibt es eine Vielzahl von Subtypen, die aufgrund ihrer feingeweblichen Eigenschaften unterschieden werden. Bösartige Tumore der Speicheldrüsen (vor allem Parotiskarzinome) müssen sehr ernst genommen werden, da sie aggressiv wachsen können und es trotz einer optimalen Behandlung ist in 40 bis 80% der Fälle zu einem Wiederauftreten des Tumors (Lokalrezidiv) kommt. Diese Tumoren neigen zur Absiedlung von Metastasen in die Halsweichteile bzw. Lymphknoten des Halses oder sogar weiter entfernt liegende Organe (sogenannte Fernmetastasen). Dies unterstreicht die Bösartigkeit dieser Tumore und die Notwendigkeit einer Behandlung in einem erfahrenen Speicheldrüsenzentrum wie an der Kölner HNO-Universitätsklinik.

Die Bösartigkeit von Speicheldrüsentumoren wird oftmals deshalb unterschätzt, weil es sich bei einem bösartigen Speicheldrüsentumor im Vergleich zu anderen bösartigen Tumoren, wie Lungenkrebs, Brustkrebs oder Darmkrebs, um einen relativ seltenen bösartigen Tumor handelt.

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